Bundesfachplanung 380kV-Freileitung Pulgar-Vieselbach

Auftraggeber: 50 Hertz Transmission GmbH
Ansprechpartner: Helge Herbst, Birgit Müller
Kooperation: BHF Bendfeldt Hermann Franke Landschaftsarchitekten GmbH, Schwerin
Bearbeitung: 2016
Flächengröße: 2.959 km² (gesamtes Untersuchungsgebiet)

Die Vorhabenträgerin 50Hertz Transmission GmbH (50Hertz) betreibt das 380-/220-kV-Höchstspannungsnetz im Norden und Osten Deutschlands. Im Zuge der Energiewende plant 50Hertz zur Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen einer sicheren Energieversorgung die Umsetzung der Netzverstärkung zwischen den Umspannwerken Pulgar bei Leipzig (Sachsen) und Vieselbach bei Erfurt (Thüringen) mit dem Ziel die Übertragungsleistung zu erhöhen.
Zur Realisierung des Vorhabens soll die vorhandene 380-kV-Freileitung durch einen 380-kV-Freileitungsneubau mit Hochstrombeseilung (3.600A) ersetzt werden (Ersatzneubau bzw. abschnittsweise Umbeseilung). Die Übertragungskapazität kann hierdurch um ca. 40% erhöht werden. Nach Inbetriebnahme der Neubauleitung wird die bestehende 380-kV-Freileitung mit Ausnahme der Umbeseilungsabschnitte zurückgebaut. Hier werden die bereits bestehenden Masten auch in Zukunft weiter genutzt. Planungsziel des Vorhabens ist es, den Neubau weitestgehend der bestehenden Leitungsführung folgen zu lassen, soweit dies rechtlich, technisch und umweltplanerisch möglich ist.
Im Antrag auf Bundesfachplanung wurden anhand aktueller oder geplanter Nutzungen (Raumwiderstandsanalyse) großräumige, möglichst konfliktarme Verbindungen der Netzverknüpfungspunkte von max. 15km Breite (Grobkorridore) abgeleitet. In den Grobkorridoren wurden anschließend verschiedene Trassenkorridoralternativen (Korridorbreite ca. 1km) möglichst in Bündelung an bestehende linienhafte Infrastrukturen erarbeitet und analysiert. Diese wurden einem Vergleich unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher, raumordnerischer und energiewirtschaftlicher Kriterien unterzogen, um einen Vorschlagskorridor sowie dazu in Frage kommende Alternativen zu ermitteln.
Im Rahmen der anschließenden Bundesfachplanung werden der Vorschlagskorridor und die in Frage kommenden Alternativen tiefergehend auf ihre Raum- und Umweltverträglichkeit geprüft. Als Ergebnis der Bundesfachplanung wird ein Vorzugstrassenkorridor ermittelt und von der genehmigenden Behörde festgelegt, der als Grundlage für die konkrete Leitungstrassenfindung im nachfolgenden Planfeststellungsverfahren dient.